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Atomabstimmung in der Schweiz - Atompolitik in Japan

Schweizer Volksabstimmung «Für einen geordneten Atomausstieg» am 27.11.2016

   

Autor:
Wolfgang Rehfus

Datum: 7.11.2016

Anhänge: 9.11.2016, 7.12.2016

English Version

 ●  Fukushima schlummert auch in der Schweiz

 ●  Atomabstimmung in der Schweiz

 ●  Atompolitik in Japan und Pressestimmen
 

 ●  Anhang 1:  Antwort von Dr. Irene Aegerter (Präsidentin .energiesuisse.net)

 ●  Anhang 2:  Atomausstieg dient „Schutz des Lebens und der Gesundheit“ (Bundesverfassungsgericht)

 
 
●  PS ...

 

 

Fukushima in der Schweiz

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Fotolia.com | tuulijumala

Nach Fukushima: Atompolitik in Japan, Franz Alt, 5.11.2016 (Kopie )

 

Fukushima: «Radioaktivität von etwa 10.000 Hiroshimabomben lagert in Reaktorblock 4» , ZDF, 26.02.2014 und in der SRF Rundschau vom 26.2.2014 Zeitbombe Fukushima

Taiwan plant Atomausstieg bis 2025, Deutsche Sektion der Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges/Ärzte in sozialer Verantwortung e.V. (IPPNW), 17.11.2016

Atomkraft weltweit in der Krise, Franz Alt, 7.1.2017
 
 

«Ohne AKW keine Atombombe. Und solange es Atombomben gibt, besteht die Gefahr von Atomkriegen. Ein Atomkrieg wäre der letzte Krieg in der Geschichte der Menschheit. Denn danach gäbe es keine Menschen mehr, die noch Kriege führen könnten», sagte Franz Alt auf der 1. Word Conference Community Power und der Bürgermeister von Fukushima-City erklärt: «Als ich am fünften Jahrestag der Katastrophe am Reaktor war, wurden dort nukleare Strahlenwerte gemessen, die 10.000 mal über den gesetzlichen Grenzwerten liegen».1)

Franz Alt ergänzt unmissverständlich: «Im Sarkophag von Fukushima schlummert noch eine Radioaktivität von etwa 10.000 Hiroshima-Bomben.»1)

Somit schlummert Fukushima auch in der Schweiz, denn die Schweizer Atomreaktoren enthalten in etwa die gleiche Menge an Radioaktivität. Die fünf Schweizer Atomkraftwerke beinhalten zusammen eine Radioaktivitätsmenge entsprechend derjenigen von rund 10'000 Hiroshima-Atombomben und bedrohen damit nicht nur die Schweizer Bevölkerung, sondern auch die Bevölkerung der Nachbarländer. Dies ist eine Missachtung von Verfassungsgrundsätzen, Menschenrechten und Völkerrecht.2)

Die Eidgenössische Atomaufsicht ENSI hatte diese Fakten zur produzierten Radioaktivität in einer Umfrage schriftlich bestätigt, aber gleichzeitig seine eigene Verantwortung und Zuständigkeit abgelehnt.2) und 3)

1) vgl. Nach Fukushima: Atompolitik in Japan, Franz Alt, 5.11.2016 (Kopie )

 

2) vgl. Umfrage zeigt: Schweizer AKW wissen nicht was sie tun!, SolarPeace.ch, 1.9.2011

 

3) vgl. Korrespondenz mit dem Eidgenössischen Nuklearsicherheitsinspektorat ENSI , SolarPeace.ch, 1.4. bis 1.7.2011 (einschl. Mitteilung der Umfrageergebnisse vom 31.8.2011 und der später nachgefragten Antwort des ENSI vom 12.6.2012)

 

Atomabstimmung

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Abstimmungsbüchlein ,  Erläuterungen des Bundesrates - Volksabstimmung vom 27.11.2016 (PDF, 270 kB, 04.10.2016)

Die Initiative «Für einen geordneten Atomausstieg»

Bye Bye Atomstrom? Alle Infos zur kommenden Abstimmung, SRF, 1.11.2016

Argumente «Für einen geordneten Atomausstieg»: 
● Annahme schafft Arbeitsplätze,
● Fragwürdige Behauptungen des Bundesrats im Abstimmungsbüchlein,
● Versicherung gegen Atomunfall,
● Wind und Sonne können's alleine,
● Panik nicht gerechtfertigt, etc., Atominfomedia - zu Fallstricken der Atomwirtschaft, Guntram Rehsche, 2016

Gemeinderat Kilchberg informiert über Radioaktivität & Lösung Naturstrom, SolarPeace.ch, 25.11.2008

UN-Resolution «Klimawandel durch Radioaktivität», SolarPeace.ch, 7.8.2009

Am 27. November 2016 wird in der Schweiz über die Initiative «Für einen geordneten Atomausstieg» abgestimmt. Ebenso wie bei Abstimmungen zur Atomenergie in der Vergangenheit, wird die Öffentlichkeit auch diesmal nicht über die in den Schweizer Atomkraftwerken produzierte Radioaktivitätsmenge informiert. Weder im Abstimmungsbüchlein noch in der TV-Sendung SRF ARENA wird die Radioaktivitätsmenge der Schweizer Atomreaktoren erwähnt.4)

Es ist kaum zu glauben, aber im Abstimmungsbüchlein sucht man das Substantiv «Radioaktivität» vergebens, nur das Adjektiv «radioaktiv» findet sich an genau drei Stellen. Im Kapitel «Die Argumente des Bundesrates» fehlen jedoch beide Worte, das Risiko und das Kernproblem der Atomkraftwerke - die produzierte Radioaktivität - wird vollständig verschwiegen.5)

Die Stimmbevölkerung wird also über das Risiko und die Gefahren der Atomkraftwerke nicht informiert und soll dennoch über die Initiative «Für einen geordneten Atomausstieg» abstimmen. Wir sollten uns fragen, ob dies ein peinlicher Fehler, einfach nur Zufall oder sogar eine bewusste Strategie ist?

Zusätzlich schürt das Abstimmungsbüchlein unbegründete Ängste: «Bei Annahme der Initiative ist absehbar, dass die Betreiber der KKW vom Bund Entschädigungen fordern werden.» Diese Frage erübrigt sich schon aufgrund der Unwirtschaftlichkeit der Atomkraftwerke, deren Risiko nach wie vor gar nicht versicherbar ist und deren Folgekosten für tausende von Jahren schlichtweg nicht kalkulierbar sind. Aus diesen Gründen, aber auch weil die Stromproduktion mit erneuerbaren Energien sehr viel günstiger ist, versuchen einige Betreiber ihre Atomkraftwerke zu verschenken oder zu verscherbeln.6)

Dennoch könnte sich die Frage von Entschädigungszahlungen stellen, allerdings zu bezahlen von den Betreibern der Atomkraftwerke an die Bevölkerung und Steuerzahler. Während Jahrzehnten haben Bevölkerung und Steuerzahler das unversicherte Risiko der Atomkraftwerke getragen und sind somit entschädigungsberechtigt. Zusätzlich ist es derzeit nicht geklärt, ob die Schweizer Atomkraftwerke überhaupt eine gültige Betriebsbewilligung zur Produktion von Radioaktivität haben. Es geht ja nicht um kleine Mengen oder nur um die sogenannte "Niedrigstrahlung bei Normalbetrieb". Die Produktion von Radioaktivität ist in den vorhandenen Betriebsbewilligungen der Schweizer Atomkraftwerke nicht genannt. Es wird dereinst auch zu prüfen sein, ob die Betreiber der Atomkraftwerke in ihren Anträgen auf Betriebsbewilligung die produzierten Radioaktivitätsmengen überhaupt genannt und publiziert oder allenfalls sogar unterschlagen und sowohl die Behörden als auch die Öffentlichkeit versehentlich, fahrlässig oder vorsätzlich getäuscht haben?

Der Atomausstieg kommt so oder so. Mit Annahme der Initiative «Für einen geordneten Atomausstieg» wird er für Bevölkerung, Wirtschaft und Politik sehr viel planbarer, sicherer, berechenbarer und günstiger.

 

 

4) vgl. Volksinitiative «Für den geordneten Ausstieg aus der Atomenergie (Atomausstiegsinitiative)», admin.ch, Der Bundesrat, Das Portal der Schweizer Regierung zur Volksabstimmung am 27.11.2016

vgl. Abstimmungs-Arena: «Atomausstiegs-Initiative», SRF, 28.10.2016

vgl. die Initiative «Für einen geordneten Atomausstieg»

 

5) vgl. Abstimmungsbüchlein ,  Erläuterungen des Bundesrates - Volksabstimmung vom 27.11.2016 (PDF, 270 kB, 04.10.2016)

vgl. hierzu Umfrage zeigt: Schweizer AKW wissen nicht was sie tun!, SolarPeace.ch, 1.9.2011

 

6) vgl. Alpiq will dem Bund ihre Atomkraftwerke für 1 Franken verkaufen, «Weil die beiden Atomkraftwerke Gösgen und Leibstadt unrentabel sind, soll die Betreiberin Alpiq versucht haben, die Anlagen nach Frankreich zu verschenken. Weil dieser Plan scheiterte, versucht Alpiq jetzt ihre Atomkraftwerke dem Bund zu einem Spottpreis zu verkaufen, SRF, 6.11.2016 (Kopie ).

vgl. Der gefährliche Trick mit der Notfallkühlung in Atomkraftwerken, Süddeutsche Zeitung, 23.11.2016

vgl. Rissige Reaktoren in Europa?, Tagesschau.de, 24.11.2016

vgl. auch UN-Resolution «Klimawandel durch Radioaktivität», SolarPeace.ch, 7.8.2009

Atompolitik

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Nach Fukushima: Atompolitik in Japan, Franz Alt, 5.11.2016 (Kopie )

 

peaceandhealthblog.com

17 Nobelpreis-TrägerInnen appellieren für ein Atomwaffenverbot, IPPNW, 3.11.2016

 

Buchempfehlungen:

"Anleitung gegen den Krieg", Akademie Bergstraße, Henrik Paulitz

Die Zukunft, Al Gore, 7.1.2017

Weltbeben, Leben im Zeitalter der Überforderung, Gabor Steingart, 7.1.2017

   


Auch Atomkraftwerke verursachen einen Klimawandel.

UN-Resolution «Klimawandel durch Radioaktivität», SolarPeace.ch, 7.8.2009

 

Naturstrom - JA Bitte!

 

Nach Fukushima: Atompolitik in Japan

«Ohne AKW keine Atombombe. Und solange es Atombomben gibt, besteht die Gefahr von Atomkriegen. Ein Atomkrieg wäre der letzte Krieg in der Geschichte der Menschheit. Denn danach gäbe es keine Menschen mehr, die noch Kriege führen könnten. ... „Warum immer wieder Japan?“ frage ich mich. 1945 waren die ersten Atombomben der Geschichte auf Hiroshima und Nagasaki abgeworfen worden – 140.000 Soforttote und nochmal mehr als 200.000 Folgetote. Und noch heute bis zu 3.000 Tote durch atomare Verstrahlung jedes Jahr als Folge der Atombomben des Jahres 1945, hatte mir der Bürgermeister von Nagasaki schon früher einmal gesagt. Und nun Fukushima. ... Spätestens jetzt hätte die Welt lernen können, dass Atomkraft russisches Roulette bedeutet. Jedes Atomkraftwerk ist ein Anschlag auf die Schöpfung. ... Im Sarkophag von Fukushima schlummert noch eine Radioaktivität von etwa 10.000 Hiroshima-Bomben.», Franz Alt, 5.11.2016 (Kopie )

 

Nobel laureates urge nations to support a ban
ICAN, 6.1.2017

17 Nobelpreis-TrägerInnen appellieren für ein Atomwaffenverbot
IPPNW, 3.11.2016

 

UN votes to outlaw nuclear weapons in 2017

ICAN, 27.10.2016

 

Gorbatschow fordert Verbot des Krieges

Der frühere Staatspräsident der Sowjetunion wendet sich gegen den "Kult der militärischen Gewalt". ... 17.10.2016, Sonnenseite.com

 

 Gorbachev: Nuclear weapon-free world is not a utopia, but a necessity

«... I am deeply convinced that a nuclear weapon-free world is not a utopia, but an imperative necessity. We need to constantly remind world leaders of this goal and of their commitment. ... Politicians who think that problems or disputes can be resolved through the use of military force (even as a “last resort”) must be rejected by society; they must leave the stage. ... Nuclear weapons must be prohibited. Even more: War must be prohibited. ...», TASS, October 10, 2016

 

Obama und Nobelpreisträger wollen Nuklear-Verbot

«On January 20, 2009, twelve Nobel Prize Laureates and a former Under-Secretary General of the United Nations addressed US President Barack Obama. In an open letter they remind President Obama of his promise to seek a world in which there are no nuclear weapons. Pointing to the shortfalls of the existing international regime for nuclear non-proliferation and disarmament, Sir Harold Kroto (Nobel Prize for Chemistry), Member of the Advisory Board of INES, and his co-signers remind Barack Obama of the recent suggestion by UN Secretary General Ban Ki-moon to use the existing Model Nuclear Weapons Convention as a starting point for the path into a nuclear weapons free world. ... Much hope has been created in your nation and in the entire world due to your election as President of the United States of America. We are inspired by your public statements, that you will seek a world in which there are no nuclear weapons.», SolarPeace.ch, 20.1.2009

 

 


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Anhang 1

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«... Aber warum setzen Sie sich noch immer für eine solch riskannte und teure Art der Energieproduktion ein, wenn wir unseren Strombedarf sehr viel einfacher, sicherer und günstiger mit erneuerbaren Energien erzeugen können?», Antwort von SolarPeace.ch an Dr. Irene Aegerter, 9.11.2016

 

Atomkraftwerke sind in finanzieller Schieflage, «Großbritannien hält wegen der Modernisierung von Atomwaffen weiter an AKW-Projekten fest. ... Die Studie zeigt wieder einmal, dass es eine friedliche Nutzung der Atomkraft nicht geben kann. So lange es die Atomkraft gibt, wird auch weiter Waffenmaterial erzeugt werden. Daher ist es für den Weltfrieden unabdingbar, dass der Ausbau der Atomkraft beendet wird und laufende Atomkraftwerke schnell stillgelegt werden.», Hans-Josef Fell, Sonnenseite.com, 14.11.2016

 

World Alliance for Clean Technologies, Marrakech, 11 November 2016 – «The Solar Impulse Foundation launched the World Alliance for Clean Technologies today during COP22, as a legacy to the first ever solar flight around the world.»

Antwort von Dr. Irene Aegerter (Präsidentin .energiesuisse.net) 7)

9.11.2016
 

Sehr geehrte Frau Dr. Irene Aegerter

Besten Dank für Ihre geschätzte Antwort. Insbesondere Ihre Aussage «Der dritte Satz stammt aus dem Giftschrank des kalten Krieges. Die Atommächte habe hunderte von Test-Bomben in der Atmosphäre gezündet ohne die geringste Auswirkung. In einem Nuklearkrieg könnten es Tausende sein. Die können die Menschheit nicht ausrotten.» hat mich schockiert, denn der dritte Satz der SolarPeace-Pressemitteilung vom 7.11.2016 lautet «Ein Atomkrieg wäre der letzte Krieg in der Geschichte der Menschheit.». Sind Sie tatsächlich der Meinung, dass dieser dritte Satz, diese Aussage von Dr. Franz Alt, falsch oder kritikbedürftig oder ein Atomkrieg für Sie als Wissenschaftlerin sogar denkbar oder durchführbar ist?

Bitte lesen Sie die detaillierten und direkt verknüpften Quellenangaben, u.a. zu den Zitaten «Since a reactor in one day produces as much radioactivity as a 50-kt nuclear explosion... a typical nuclear reactor has in its core the long-lived radioisotopes from 30 megatons of fission.» und «Reactor accidents... too horrible to think about.» («Can the World Do Without Nuclear Power? Can the World Live With Nuclear Power?», Nuclear Control Institute, 9.4.2001) sowie «The spent fuel from nuclear plants contains enough plutonium to fabricate about 30 nuclear weapons from a single year of operation of each power reactor» («The Future of Nuclear Energy», Chicago, 25./26.9.2008) von US-Atomphysiker Prof. Dr. Richard L. Garwin, auf:

http://SolarPeace.ch/20110901_UmfrageSchweizAKWRadioaktivitaet.htm

http://SolarPeace.ch/20090807_KlimawandelDurchRadioaktivitaet.htm

http://SolarPeace.ch/20041112_AKWundJodTabletten.htm

Zur ionisierenden Strahlung lesen Sie dort bitte auch die vollständig zitierte Kurzfassung «Ärztliches Memorandum zur industriellen Nutzung der Atomenergie» und den Link zum vollständigen Originaltext von Dr. med. Max Otto Bruker sowie die Studie «ECRR 2003 - Recommendations of the European Committee on Radiation Risk, 'The Health Effects of Ionising Radiation Exposure at Low Doses and Low Dose Rates for Radiation Protection Purposes'» (Brussels 2003, ISBN 1-897761-24-4), die ich Ihnen gerne empfehle.

Aber warum setzen Sie sich noch immer für eine solch riskannte und teure Art der Energieproduktion ein, wenn wir unseren Strombedarf sehr viel einfacher, sicherer und günstiger mit erneuerbaren Energien erzeugen können?

Ihr Einverständnis als Präsidentin von .energiesuisse.net vorausgesetzt, erlaube ich mir diese Korrespondenz im Anhang zur SolarPeace-Pressemitteilung vom 7.11.2016 zu veröffentlichen. Herzlichen Dank.7)

Alles Gute und freundliche Grüsse
Wolfgang Rehfus

 

7) vgl. Korrespondenz mit der vollständigen Antwort von Dr. Irene Aegerter (Präsidentin .energiesuisse.net) , 9.11.2016

 

vgl. Umfrage zeigt: Schweizer AKW wissen nicht was sie tun!, SolarPeace.ch, 1.9.2011

 

vgl. UN-Resolution «Klimawandel durch Radioaktivität», SolarPeace.ch, 7.8.2009

 

vgl. Atomkraftwerke und Jod-Tabletten - Für Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie ihren Arzt oder lesen... mit vollständig zitierter Kurzfassung «Ärztliches Memorandum zur industriellen Nutzung der Atomenergie» und «ECRR 2003 - Recommendations of the European Committee on Radiation Risk, 'The Health Effects of Ionising Radiation Exposure at Low Doses and Low Dose Rates for Radiation Protection Purposes'», SolarPeace.ch, 12.11.2004

vgl. Originaltext "Ärztliches Memorandum zur industriellen Nutzung der Atomenergie", Dr. med. Max Otto Bruker u.a.

 

Anhang 2

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Auch für die Schweiz mit ihrer unverbindlich riskanten Atompolitik (...Atomkraftwerke laufen, solange sie sicher sind...) stellt sich nach dem abgelehnten Referendum die dringende Frage: Warum wird „Leben und Gesundheit“ der Bürger nicht besser geschützt?

 

vgl. Umfrage zeigt: Schweizer AKW wissen nicht was sie tun!, SolarPeace.ch, 1.9.2011

 
vgl. UN-Resolution «Klimawandel durch Radioaktivität», SolarPeace.ch, 7.8.2009


see also BREXIT muss auch EURATOM-EXIT sein, Hans-Josef Fell - Präsident der Energy Watch Group (EWG) und Autor des EEG, 5.12.2016

 

Atomausstieg dient „Schutz des Lebens und der Gesundheit“ (Bundesverfassungsgericht)

7.12.2016

Deutscher Atomausstieg bleibt 8)

Die Begründung hat es in sich. Das Bundesverfassungsgericht entschied: Der Atomausstieg in Deutschland nach der Fukushima-Katastrophe vor fünfeinhalb Jahren war recht und billig. Er dient dem „Schutz des Lebens und der Gesundheit“. Ein Kommentar von Franz Alt

Für alle Länder, die jetzt noch an ihrer alten Atompolitik festhalten – wie zum Beispiel unser direkter Nachbar Frankreich – stellt sich nun dringend die Frage: Warum wird dort „Leben und Gesundheit“ der Bürger nicht besser geschützt?

Mit diesem Urteil, so kommentiert die Süddeutsche Zeitung, „hat das Bundesverfassungsgericht großes getan für den Frieden im Land“.

Zumindest in Deutschland werden bis 2022 alle AKW abgeschaltet. Aber das Thema Atommüll bleibt und die Suche nach einem „Endlager“ beginnt jetzt erst richtig. Das Gift strahlt etwa eine Million Jahre. Der Sarkophag in Tschernobyl, der soeben für etwa zwei Milliarden Euro fertiggestellt wurde, wird etwa 100 Jahre halten.

Hochgerechnet auf eine Million Jahre heißt das: diese „Schutzhülle“ muss etwa 10.000 mal erneuert werden. Billiger Atomstrom wie uns seit 50 Jahren erzählt wird? Eine größere Lachnummer wurde der Menschheit nie vorgegaukelt. Die eigentlichen Kosten zahlen unsere Kinder und Enkel und deren Kinder und Enkel.

Die Energiekonzerne wollten mit ihrem Gang nach Karlsruhe „Schadenersatz“ für die frühere Stilllegung ihrer AKW. Die letzten werden nicht 2036, wie 2010 noch beschlossen, sondern im Jahr 2022 vom Netz gehen. Dafür wollten RWE, E.ON und Vattenfall einen zweistelligen Milliardenbetrag.

Das BVG entschied nun, dass sie sich mit einem dreistelligen Millionenbetrag zufrieden geben müssen, wenn überhaupt. Die Konzerne sind gut beraten, wenn sie jetzt nach diesem Grundsatzurteil auch darauf verzichten. Andernfalls sollte die Bundesregierung auf die weitere Bezahlung der bisherigen Kernbrennstoff-Steuer bestehen. Diese sollte ursprünglich Ende 2016 abgeschafft werden.

Das Atomkraft-Urteil ist insgesamt ein Sieg der Politik über reine Wirtschaftsinteressen...
Lesen...
 

 

8) vgl. Deutscher Atomausstieg bleibt, Franz Alt, 7.12.2016

 

vgl. auch Bundesministerin Hendricks: Bundesverfassungsgericht bestätigt Atomausstieg:

Das Bundesverfassungsgericht hat bestätigt, dass das Atomausstiegsgesetz von 2011 im Wesentlichen mit unserer Verfassung im Einklang steht. Sowohl die Einführung fester Abschalttermine als auch die Staffelung der Abschaltfristen sind verfassungskonform. Verfassungskonform sind auch die entschädigungslose Rücknahme der Laufzeitverlängerungen von 2010 und das Gesetzgebungsverfahren selbst. Die Milliardenforderungen der Konzerne sind mit dem heutigen Tage vom Tisch. Das Gericht sieht lediglich in einem Randbereich des Gesetzes zu den beiden AKW Krümmel und Mülheim-Kärlich einen Sonderfall, der jedoch die Verfassungsmäßigkeit des Gesetzes insgesamt nicht in Frage stellt. Für diese beiden Anlagen muss der Gesetzgeber nunmehr einen Ausgleich schaffen. Wie dies erfolgen kann, darüber lässt das Gericht dem Gesetzgeber einen breiten Gestaltungsspielraum. Damit steht jedenfalls fest, dass der Zeitplan des Atomausstiegs nicht verändert wird."

Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und  Reaktorsicherheit, 6.12.2016

 

vgl. Bundesverfassungsgericht bestätigt Atomausstieg, pv-magazine.de mit weiteren Quellen und Links, 6.12.2016

 

vgl. Umfrage zeigt: Schweizer AKW wissen nicht was sie tun!, SolarPeace.ch, 1.9.2011

 

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